Saskia - 24/7 getragene Verantwortung!

Shownotes

Dieses Gespräch macht deutlich, wie entscheidend ein tragfähiges soziales Netz ist und wie schmerzhaft Abwertung sein kann, gerade aus dem eigenen Umfeld. Saskia spricht klar und ohne Bitterkeit über ihren Wunsch nach mehr Prävention, mehr Verständnis und einem gesellschaftlichen Blick, der Pflege nicht als Ausnahme, sondern als Aufgabe begreift.

Eine Folge über Fürsorge als Haltung, über Stärke und über Verantwortung, die nicht heroisiert, sondern gelebt wird.

Mehr Gedanken, Impulse und Informationen findest du hier. Hör rein, teil die Folge und bleib im Gespräch.

Transkript anzeigen

00:00:06: Willkommen bei Neulich im Therapiekaffee, dem Podcast in dem wir darüber sprechen was nach und zwischen den Therapiesitzungen geschieht.

00:00:14: Ich bin Dr.

00:00:15: Kerstin Klappstein, systemische Familientherapeuten und Traumotherapeutinnen und habe meine Praxis in Hamburg und berate auch online.

00:00:24: In meinem Podcast erzählen Menschen von ihren Erfahrungen auf dem Weg durch die Therapie – von Aha-Momenten, Veränderung, Stolpersteinen und neuen Blickwinkeln.

00:00:34: Es geht hier nicht um Therapie im fachlichen Sinn, sondern um Geschichten die Menschen erleben.

00:00:41: Also lehnt dich zurück, schnappt dir einen Kaffee und komm mit in ein Gespräch voller Mut, Echtheit und Hoffnung!

00:00:50: Heute habe ich Saskia zu Besuch im Therapiekafé.

00:00:55: Tehe haben wir hier schon bereit.

00:00:57: Es stehen auch wieder knisterfreie Süßigkeiten da falls zwischendurch der kleine Hunger kommt.

00:01:04: Und mit Saskia möchte ich über ein ganz besonderes Thema reden, was bestimmt viele Leute auch betrifft.

00:01:12: Und zwar geht es darum allein erziehend einen Kind großzuziehen.

00:01:17: Aber bevor wir jetzt so richtig einsteigen, möchte ich gerne erst mal von Ihnen hören.

00:01:22: Saskia wie sind Sie heute hier so angekommen?

00:01:26: Und zwar auf der Zehnerskala wo eins ist, das ist ganz furchtbar, es geht mir total schlecht... Und Zehn, es könnte nicht besser sein.

00:01:34: Wo sind Sie heute?

00:01:38: Also jetzt mit warmer Tasse Tee in den Händen geht's zwischen deutlich besser als vorher draußen stürmt ist gerade sonst wie.

00:01:46: Vielleicht sieben, acht.

00:01:48: Oh das doch gut oder?

00:01:49: Ja also dann ist das eine gute Voraussetzung für ein schönes Gespräch.

00:01:56: Genau meine erste Frage an Sie ist Wie war eigentlich nochmal so der Weg zu mir.

00:02:02: Also wie ist der Weg in diesen therapeutischen Kontext überhaupt vonstatten gegangen?

00:02:07: Weil ich erlebe ja dann die Familien immer erst dann, die rufen dann bei mir an oder die schreiben mir eine E-Mail und so.

00:02:14: aber ich weiß in der Regel nicht immer unbedingt, weil ihr der Weg überhaupt zu mir passiert ist.

00:02:20: Wie war denn das bei Ihnen?

00:02:21: Wie sind Sie darauf gekommen?

00:02:23: Also bei mir war es tatsächlich so, dass ich über die Kita meines Sohnes die Möglichkeit hatte mit einer Psychologin dort zu sprechen.

00:02:36: Und ich danach rausgekommen bin und gedacht

00:02:38: habe

00:02:39: das tut total gut dieses einfach mal...

00:02:42: Es

00:02:42: war kein akutes Problem, es ging einfach nur darum einfach mal so über meinen Sohn zu sprechen kam ich raus und dachte okay, also ich bin Pflegemutter.

00:02:57: Das heißt da hängt ja dann recht viel noch dran Jugendamt usw.

00:03:02: Und dann habe ich gedacht, ich schreibe einfach mal eine gesammelte Mail an alle

00:03:09: Hälfte

00:03:09: sozusagen und frag ob es da irgendeine Option gibt tatsächlich?

00:03:14: Ob es nicht für Pflegeeiltern die Optionen gibt in Form von der Beratungssupervision sich anzudocken.

00:03:25: Weil ich nämlich auch in dem Gespräch schon gemerkt hab, dass ich gedacht habe es wäre ganz gut wenn es jemand wäre der sich schon ein bisschen mit diesem Thema Pflegeeltern und Pflegekinder usw.

00:03:35: auseinander gesetzt hat damit man nicht bei null anfangen muss sondern das da einfach so'n bisschen Vorerfahrung schon ist.

00:03:44: Und dann ging's tatsächlich relativ schnell weil eben gerade erst ein Hilfeplansgespräch stattgefunden hatte Ja, wurde das im Nachgang dann sozusagen mitbewilligt.

00:03:56: Also das hat dann meine zuständige Pflegekinderdienst-Häferin hat das tatsächlich initiiert und hat dann auch ihren Namen ins Spiel gebracht und dadurch ... Also

00:04:09: das Angebot worauf sie da ja auch ansprechen ist ja etwas dass Pflegefamilien in der Regel nicht in jedem Bundesland aber hier in Hamburg ist es noch so Anspruch auf Supervision hat, also dass man einmal im Monat über eine bestimmte Zeit manchmal auch nur so über einen begrenzten Zeitraum.

00:04:29: Manchmal aber auch ein bisschen länger je nachdem wie die Problemlage so ist.

00:04:33: Aber das diese Anspruch Auf jeden Fall da ist, dass sie halt da auch n bisschen Unterstützung bekommen.

00:04:40: und Das was für mich wichtig ist deswegen heißt es bei mir ja auch nicht einfach nur Supervision sondern Familien-Supervision weil ich das wichtig finde auch die Kinder hören zu können.

00:04:51: Also auch die mit einzubeziehen und sie haben ja ihren Sohn auch schon mal mitgebracht, und so... Und es gibt auch Familien da kommen die Kinder auf verhältnismäßig regelmäßig mit dazu und nehmen das als Ort um über das zu sprechen was halt in der Familie passiert.

00:05:06: Und Pflegefamilie ist ja nun auch nochmal etwas ganz Besonderes, so zu leben und ein Kind aufzunehmen.

00:05:13: und so bei ihnen ist es jetzt aber noch einmal besonders weil Sie alleinerziehend sind.

00:05:20: Beschreiben Sie doch mal ein bisschen, was so auf die Besonderheit vielleicht ist mit Ihnen und Ihrem Pflegekind.

00:05:29: Also wie können wir uns das vorstellen?

00:05:35: Im Vorhinein erzählen einem ja alle die Kinder haben, dass das Leben dann ganz anders ist.

00:05:41: Das kann ich nur bestätigen.

00:05:42: also...

00:05:43: Ach so!

00:05:43: Ich dachte Sie sagen jetzt nö, das war gar nicht so?

00:05:45: Nee, also ich beschreibe es tatsächlich inzwischen für Außenstehende oder diejenigen, die sich denken Kinderschäden zu haben oder wie auch immer als das Leben dreht sich einmal auf den Kopf und wird wieder zurück auf die Füße gestellt aber dann ist alles noch da was vorher da war aber nichts mehr da.

00:06:00: wo's war

00:06:02: Schöne Beschreibung.

00:06:03: Und

00:06:04: so war es tatsächlich auch für mich, das war schon recht überwältigend.

00:06:10: einfach dieser ... weil man ja wirklich von einem Tag auf den anderen ein Kind zu Hause hat und nicht die normale Vorbereitungszeit vor neun Monaten hatte.

00:06:23: ich glaube das ist tatsächlich das besondere bei Pflegekindern.

00:06:29: Als Alleinerziehende der Punkt, dass es halt wirklich einfach vierundzwanzig sieben ist.

00:06:36: Also außer man organisiert sich irgendjemanden hat man einfach nicht das was vielleicht andere Alleinerziehende manchmal haben, dass die Kinder dann übers Wochenende weg sind und man halt einfach mal Zeit für sich alleine hat oder wie auch immer so aufgeteilt ist sondern man isst halt wirklich für sämtliche Belange immer zuständig.

00:06:57: Ich glaube den Faktor hatte ich ein bisschen unterschätzt.

00:06:59: tatsächlich

00:07:01: Wie anstrengend das ist oder was hatten Sie da?

00:07:03: Ja,

00:07:04: auch was es eigentlich einfach eine Organisation manchmal auch mit sich zieht.

00:07:09: Also weil einfach ja bei Pflegekinder nochmal mehr Termine zusätzlich sowieso schon dabei sind also Kontakt zu leiblichen Eltern, Hilfeplangespräche, Vormund, Pflegekinderdienst.

00:07:24: Das sind ja allein schon zusätzliche Termine.

00:07:29: und Im speziellen Fall meines Sohnes ist es einfach so, dass er sehr viel medizinische Besonderheiten hat.

00:07:36: Die am Anfang gar nicht unbedingt alle absehbar waren, sondern sich mit der Zeit entwickelt haben.

00:07:42: und das alles also inklusive tatsächlich dann auch sowas wie er hat eine Brille und die geht natürlich wenn sie zu klein sind ganz schnell kaputt und da muss man wieder hin und wieder ein Rezept holen diese ganze Lauferei Und das so im normalen Alltag mit unterzukriegen und dann auch noch drauf zu achten, dass er halt einfach Zeit zum Spielen hat.

00:08:06: Und sich Zeit hat, sich zu treffen mit anderen Kindern.

00:08:09: Das ist schon manchmal ein ganz schönes Puzzle.

00:08:12: Es ist ja jetzt auch nicht so, dass Sie jetzt Zuhause sind und es nur darum geht, das Kind großzuziehen.

00:08:20: Das wäre ja ganz schön, sondern sie sind natürlich auch berufstätig!

00:08:24: Auch das muss ja irgendwie alles gemanaged werden und geregelt werden.

00:08:30: Sie hatten mal irgendwann mal gesagt, dass sie so das Gefühl hatten ihr Sohn hat bei ganz vielen Krankheiten irgendwie in seiner Entstehung schon hier geschrien.

00:08:40: Und so gibt es halt ja auch eine ganze Menge was irgendwie zu beachten ist und wo er Unterstützung braucht.

00:08:50: Was ist denn das was sie dann hier in unseren Gesprächen als hilfreich empfinden?

00:08:59: Also da geht es selten um diese ganzen medizinischen Besonderheiten, die er hat.

00:09:03: Weil das tatsächlich eher Sachen sind in Spezialistenhänden in Form von Ärzten gehört aber seine ganze Emotionalität bei der ganzen Geschichte.

00:09:19: also das macht ja auch was mit einem Kind.

00:09:20: Er saß jetzt eben dann auch vier Monate im Rollstuhl Und so Sachen machen natürlich auch was mit einem Kind.

00:09:29: Also, dass er dann in der Kita eben eine andere Gruppe musste, weil die ehemalig war und alle diese Besonderheiten, die da dann eben tatsächlich auftauchen und wo es einfach gut ist, mit einer anderen erwachsenen Person ausführlich darüber zu sprechen.

00:09:46: Weil's eben doch im Alltag klar kann ich das mit Freunden besprechen.

00:09:51: aber wenns dann ... Man hat selten die Zeit, sich wirklich einfach nur anderthalb Stunden hinzusetzen und zu sprechen ohne dass ich eben dann ihn wegorganisieren muss.

00:10:07: Ja genau, einfach mal Zeit zu haben.

00:10:08: Einfach

00:10:08: Zeit zum reden tatsächlich und zum einsortieren.

00:10:12: also manchmal ist auch gut wenn man gewisse Verhaltensweise nicht ganz interpretieren kann oder Angst hat, dass das dann doch wieder in Richtung von irgendwelchen Krankheitsbildern gehen könnte.

00:10:27: Manchmal auch einfach nur die eigene Wahrnehmung sich bestätigen zu lassen aber manchmal auch einfach um eine Einordnung.

00:10:32: Ja

00:10:32: also ob die Art von emotionalen Äußerungen dir so zeigt?

00:10:37: Ob das jetzt irgendwie schon was krankhaftes ist oder nicht und ich finde Also das, was wir ja ganz oft sehen irgendwie im Gespräch ist ja dass wir beide feststellen.

00:10:49: Sie haben es ja immer schon mal irgendwie gesehen und ich finde das so sehr beeindruckend wie resilient der ist.

00:10:57: Ja

00:10:57: also trotz all der Schwierigkeiten, all der körperlichen Einschränkungen auch und so geht er einfach zu seinen Weg!

00:11:05: Der lässt sich nicht so aufhalten.

00:11:07: Ne, das war wirklich auch von Anfranso.

00:11:09: Das ist etwas... Aufgrund seiner Geschichte stand am Anfang ganz viele Sachen auch im Raum, dass er geistige Entwicklungs- und Lernschwierigkeiten haben könnte.

00:11:28: Er sprach tatsächlich noch gar nicht als er mit anderthalb zu mir kam, sondern hat eigentlich eher mehr Geräusche von sich gegeben als Laute Schon da, als ich dann mit ihm alleine zu Hause war irgendwie gedacht so ne.

00:11:43: Also die Einschätzung, die teile ich überhaupt nicht.

00:11:46: also der hat sehr früh ja einfach einfach so Sachen durchschaut und man musste eher gerade Kindersicherungen... Ich durfte sie nicht vor ihm aufmachen weil er sie dann aufmachen konnte Außer die Kraft hat gefehlt, aber ansonsten ... Das waren ganz schnell Sachen, wo ich dachte, nee.

00:12:10: Der kann

00:12:11: was?

00:12:11: Ja, der entwickelt sich ganz schnell was und er hat sehr viel in kurzer Zeit aufgeholt.

00:12:19: Fällt Ihnen eine Geschichte ein, wo Sie das Gefühl haben, da hat er besonders noch mal gezeigt, was er so kann, also was für Fähigkeiten er auch hat.

00:12:31: Wo hat er sich ... resilient gezeigt?

00:12:36: Also als er ganz neu eigentlich bei mir war, also ein knappes halbes Jahr war das.

00:12:44: Noch nicht mal ist er operiert worden und kurz vorher hat er angefangen zu laufen.

00:12:53: dann wurden da eben erst einmal Richtgipse angebracht.

00:13:00: die wurden aber vor der OP wieder entnommen Und dann wieder nach der OP noch mal eingegipst.

00:13:06: Im Endeffekt hat er innerhalb kürzester Zeit fünfmal hintereinander laufen gelernt und natürlich sollte er mit den Gipsen nach der OPE nicht laufen, die waren auch im Neunzig-Grad-Winkel.

00:13:15: Es wurde mir gesagt, er kann nicht laufen können!

00:13:19: Ja,

00:13:20: dem hat

00:13:21: er widersprochen... Also in meiner Wohnung gibt es einen Winkel wo er um die Ecke gehen konnte und dann hat er sich da an der Wand hochgezogen und kam mit Freude strahlend entgegen.

00:13:33: Also irgendwann konnte ich es auch nicht mehr unterbinden am Ende, also das war einfach echt nicht mehr möglich.

00:13:39: Aber

00:13:40: was ein Lebensmute hat, ne?

00:13:43: Das ist schon auch... Und

00:13:44: hinterher auch, nachdem die Gips hier weg waren wurde auch gesagt, dass es wahrscheinlich jetzt erstmal weh tut und er wird wahrscheinlich erst mal nicht mehr laufen wollen.

00:13:54: Nach einer halben Stunde stand da bei mir zu Hause auf den Zehenspitzen um zu gucken ob er nicht an die Klinge kommt.

00:14:00: Also das zieht sich so durch.

00:14:05: Wenn er sich in den Kopf gesetzt hat, dass er etwas lernen will dann tut er das.

00:14:11: Egal ob da irgendwie eingeschränkt ist oder nicht.

00:14:16: Da lässt er sich nicht von aufhalten.

00:14:19: Was ist eigentlich das was Ihnen Mut gibt?

00:14:22: Das alles so durchzuhalten?

00:14:31: Ich weiß gar nicht, ob ich unbedingt das Gefühl habe.

00:14:33: Ich brauche Mut

00:14:34: dafür.".

00:14:35: Das ist eher Durchhaltevermögen manchmal so und das ist es glaube ich eher ... Da stellt sich tatsächlich nicht die Frage, er ist mein Sohn...

00:14:49: Und sie halten einfach durch?

00:14:51: Sie erleben das!

00:14:54: Das ist einfach das, wofür ich da bin als Mutter.

00:15:01: Das ist echt ein ganz schönes, eine schöne Sache.

00:15:03: Und trotzdem ist das ja manchmal wahnsinnig anstrengend.

00:15:06: und das auch was Sie sagen es ist ja auch anstrent.

00:15:09: also ich glaube tatsächlich dass das immer anstrendet ist gerade auch wenn man Kind hat etwas eben besondere medizinische Voraussetzungen mit sich bringt und wo eben auch diese ganzen zusätzlichen Begutachtungstermine von Behörden von Einschritten.

00:15:28: da denke ich manchmal könnte man deutlich verschlanken und da könnte man irgendwie besser zusammenarbeiten, weil es halt auch mit dem Kind was macht wenn es ständig begutachtet wird.

00:15:41: Da reibe ich mich manchmal eher an den Prozessen auf oder an den Vorgaben.

00:15:47: Und über diese Prozesse reden wir dann ja auch manchmal.

00:15:52: Genau!

00:15:53: Ich kann ja auch Prozesses nicht verändern, ich kann ja so etwas... Möchte man ja manchmal?

00:15:56: Ich glaube, wenn wir gemeinsam da etwas Neues stricken könnten würde es ein anderes Muster ergeben, aber okay.

00:16:05: Manchmal muss man sich dann ja auch erst mal mit den Gegebenheiten zufrieden geben, mit denen so wie's halt ist.

00:16:13: Aber sagen Sie Ihre besondere Position jetzt auch als allein erziehende Pflegemutter?

00:16:20: Was kriegen sie denn da eigentlich für Reaktionen von außen?

00:16:23: Gibt es Reaktion von außens?

00:16:26: Also in meinem Freundeskreis war das nie ein Thema.

00:16:29: also angefangen hab diesen Prozess anzustoßen und das erzählt man ja dann im Vorhinein sozusagen, dass man sich jetzt auf den Weg macht.

00:16:39: Waren die Reaktionen also wirklich tatsächlich nur positiv?

00:16:42: Es war keiner dabei der irgendwie mir da irgendwie von abgeraten hätte Und auch ansonsten habe ich tatsächlich nie negative Reaktion.

00:16:54: Also häufig ist es eher so dieses boah aber da hast du ja ganz schön was zu wuppen so oder dass es das irgendwelche Bewunderungen kommen, die ich dann manchmal, also wo ich dann immer denke sehr, aber klar.

00:17:10: natürlich habe ich mich dafür entschieden und ich hab mir auch dafür entschieden dieses Kind zu nehmen.

00:17:14: Aber jetzt ist er ja da!

00:17:16: Also jetzt ist das ja nicht mehr...

00:17:19: Sie können das gar nicht so annehmen?

00:17:22: Ja genau du gehör dir zu dazu.

00:17:24: Ich meine wenn man Mutter lernt man ja auch ganz viele andere Familien kennen und sieht ja auch manchmal so, wo es vielleicht hakt.

00:17:33: Und wo Schwierigkeiten sind.

00:17:35: jetzt auch aus diesem Bedürfnis, aus ihnen heraus, so ganz gezielt sich auch etwas zu suchen, wo sie mal was abladen können, wo wir ins Gespräch kommen können und so ... Was würden Sie denn Familien raten?

00:17:51: Also Familien fragen nicht unbedingt, sagst du ja, was denkst Du dann da drüber?

00:17:56: Aber Was würden Sie dann, wenn sie manchmal das so sehen?

00:18:00: Was in Familien passiert.

00:18:01: Was würden sie denen jetzt nach der Erfahrung irgendwie mitgeben wollen?

00:18:06: Was würden die raten?

00:18:08: Also tatsächlich präventiv loszuziehen also nicht erst wenn irgendwie ja das Kind in den Brunnen gefallen ist oder wenn irgendwas Schlimmes passiert ist oder es sozusagen die Schmerzgrenze erreicht hat sondern Tatsächlich einfach vorher schon, also einfach zu merken okay das ist jetzt gerade viel und ich brauche jemanden der mir hilft es irgendwie zu sortieren.

00:18:30: Und da dann auch tatsächlich auf professionelle Hilfe zurückzugreifen.

00:18:34: oder eben nicht dass nur im Freundeskreis was überhaupt nicht eine Abwertung ist so ganz im Gegenteil.

00:18:43: aber

00:18:44: ja da sind zwei ganz wichtige Aspekte die sie sagen.

00:18:47: das eine ist also das präventiv also früh genug losgehen Und das ist ja auch das, was ich in meiner Arbeit merke.

00:18:54: Wenn Menschen, wenn Familien kommen und es wirklich so ganz arg ... Ist das auch schwierig?

00:19:03: Weil die Dinge kann man nicht mal eben schnell.

00:19:05: Ich hab keine Zauberintervention irgendwie, die dann alles wieder gut macht.

00:19:10: Sondern dann muss man halt schon... Es ist unmöglich und Veränderung immer möglich aber da braucht es manchmal länger.

00:19:18: Also man muss halt schon noch ein bisschen genauer hingucken.

00:19:21: Ich finde es auch immer wieder schön, wenn Menschen kommen und sagen wir sehen da schon etwas wo's schon irgendwie schräg werden könnte oder haben Erfahrungen gemacht die uns irgendwie unsicher machen.

00:19:34: Wir würden gerne früh genug schon mal darauf gucken.

00:19:37: Das find ich auch immer eine sehr gute Idee weil es manchmal ja auch beruhigen kann zu sehen okay das vielleicht ist gar nicht so schlimm.

00:19:45: oder es gibt Möglichkeiten gerade bei in dem Verhalten mit den der Kinder wieder entgegenzuwirken und hilfreich zu sein, unterstützen zu sein usw.

00:19:56: Und jetzt wollte ich gerade sagen das zweite habe ich vergessen, dass eine... Ach genau!

00:20:02: Das war das Thema mit den Freunden.

00:20:05: der Austausch mit den freunden finde ich ist etwas total wichtiges auch so zu sehen mit wem kann man auch über was sprechen.

00:20:17: also Manchmal kann man ja nicht über jedes Thema mit jeder Freundin sprechen oder mit den Geschwistern.

00:20:23: Aber die haben halt auch ganz klar keinen therapeutischen Auftrag, also so etwas wie auf Missstände auch mal hinweisen oder mal zu sagen oh Mensch guck doch hierhin und achte mal auf dieses Phänomen.

00:20:38: oder das ist nicht der Auftrag von unseren Freunden und Familie sondern die haben den Auftrag an unserer Seite zu stehen uns zu unterstützen.

00:20:47: Bestenfalls machen die ja auch mal Hinweise.

00:20:50: Aber ich erlebe das halt auch ganz oft, dass Freunde und Familie mit den Anforderungen, die da manchmal aus solchen Situationen passieren, einfach überfordert sind.

00:21:01: Was soll denn ihre beste Freundin dazu sagen?

00:21:04: Wenn sie sagen, ich kann irgendwie nicht mehr und es ist alles so schwerer und so schlimm und ich finde kein Ausweg mehr daraus.

00:21:12: Deswegen find' ich das gut, dass Sie das so sagen... Freunde und Familie haben einen ganz großen Stellenwert, ist ja auch bei ihnen so.

00:21:20: Also wo sie ja auch Unterstützung bekommen aber dass es manchmal halt einfach wichtig ist sich Hilfe von außen zu holen und jemandem der es sich nicht mit verderben kann sozusagen sondern das ist ja mal eine Aufgabe dann hat auch bestimmte Fragen zu stellen.

00:21:37: Ja auch ein bisschen neutral erst tatsächlich.

00:21:39: also das ist eben

00:21:41: nicht genau

00:21:44: nicht unbedingt nur aus eigener Erfahrung berichtet.

00:21:46: Das ist total hilfreich, wenn man eben auch Freunde und Familien um sie ja außen herum hat die eben Kinder in einem ähnlichen Alter haben oder zumindest

00:21:53: überhaupt

00:21:54: Kinder haben, um das auch das einordnen zu können.

00:21:58: aber es ist noch mal was anderes ob jemand ist der im eigenen Umfeld drin ist oder ihm nicht?

00:22:05: Ja so den Blick von aussen.

00:22:07: Das is ja auch das was systemische Arbeit bedeutet dass ein Aspekt davon Ich sozusagen mit meinem systemischen Blick reingehe in das System, aber halt auch jederzeit wieder raus kann.

00:22:19: Also dieser Blick von außen und dann aber auch die Möglichkeit ich kann kurz mit in ihr System springen und mich umschauen und gucken was passiert da eigentlich bei Saskia und ihrer Familie?

00:22:32: Das ist ja meine Möglichkeit!

00:22:33: Und dann kann ich halt auch wieder raus.

00:22:37: Was würden Sie denn ... sagen, was wäre denn für Sie noch hilfreich?

00:22:42: Was könnten Sie anderen allein erziehenden Pflegeeltern vielleicht noch mitgeben.

00:22:48: Was würden sie sich noch wünschen außer Familien-Supervisio?

00:22:58: Schwere Frage!

00:23:01: Also ich glaube wichtig ist tatsächlich auch gegenüber anderen Familien die ja dann einfach Also da entstehen ja neue Freundschaften dann einfach über die Kinder.

00:23:15: Den gegenüber auch einfach dazwischen mal zu sagen, du also jetzt gerade wärst total hilfreich wenn ich meinen Sohn meine Tochter mal eben kurz für drei Stunden bei dir abliefern dürfte weil ich da jetzt grade mein Babysitter funktioniert nicht und das funktioniert nicht.

00:23:29: hier funktioniert es nicht.

00:23:31: Also bei mir kommt dazu dass meine Familie tatsächlich im Süden von Deutschland wohnt das heißt kann da einfach nicht schnell drauf zurückgreifen.

00:23:40: Und auf der anderen Seite ist es eben auch schön zu merken, wenn es dann akut nötig ist.

00:23:44: Dann ist es auch so dass das dann alle außen rum irgendwie auch einspringen und mithelfen tatsächlich.

00:23:52: Also sich da auch zu öffnen?

00:23:54: Genau.

00:23:54: Und einfach auch mal zu sagen, so ist es.

00:23:57: Ich bin nicht nur allein erziehend mit einem Partner, der noch irgendwie auch mit einsprinken kann sondern tatsächlich... Es hängt einfach alles an mir.

00:24:07: Ja genau Das ist ganz oft auch eine Arbeit in der Supervision, daran zu arbeiten.

00:24:13: So was gibt es dann noch an Netzwerk um drum herum?

00:24:17: Also wen kann man noch nutzen und hat sich da halt auch ihre innere Haltung verändert dazu Hilfe annehmen zu müssen?

00:24:30: Es war vorher schon Lernfeld.

00:24:32: Es ist ein bisschen einfacher.

00:24:35: tatsächlich habe ich das Gefühl mit Kind weil man einfach ja nicht nur für sich denkt, sondern eben einem auch ganz klar ist okay das schaffe ich jetzt aber gerade nicht mehr.

00:24:46: Sondern jetzt brauche ich...

00:24:49: Jetzt brauchen sie Unterstützung?

00:24:51: Unterstützung

00:24:51: die dann eben auch dem Kind so gut kommt.

00:24:54: Ja genau dieses Hilfe-Adem nach Hilfe Fragen ist dann auch eine wichtige Aspekt, den man bedenken muss

00:25:04: und es ist also Ich hab auch in der Erfahrung gemacht, selbst... Natürlich wird man ja vorher gefragt ob man Netzwerk hat und so weiter und sofort.

00:25:13: Und es ist dann aber doch anders wenn das Kind da ist weil bei dem Netzwerk was man sich vorher aufgebaut hat auch Veränderungen geben kann.

00:25:28: Also mit Kind einfach deutlich unflexibler ist als man das vorher war bei mir tatsächlich dadurch sich die Landschaft der Freunde und Bekannten außen rum doch noch mal strukturell echt ganz schön geändert hat.

00:25:44: Manche, die man vorher sehr viel sah tauchen jetzt eben so sporadisch immer wieder dazwischen auf.

00:25:51: dafür kommen andere dazu, die eben auch Kinder haben.

00:25:54: also für mich war es tatsächlich ich glaube das ist recht normal dass man am Anfang irgendwie in so eine so eine Blase einsteigt, wenn man den Kind bekommt.

00:26:04: Also für mich egal ob das frisch geboren ist oder ob man einen Kind aufnimmt wo man dann doch in einer kleinen Einzelwelt ist und auch nicht viel Kontakt zu anderen hat tatsächlich außer eben zu dem engsten Freundeskreis.

00:26:25: Und als ich aus dieser Blase wieder aufgetaucht bin also bei mir war es drei Vierteljahr ungefähr.

00:26:34: Da habe ich dann doch gemerkt, so ui da ist.

00:26:36: also das hat sich jetzt in dem Zeitraum schon verändert und da kam so ein Loch.

00:26:40: Also da war so dieses okay, jetzt bin ich hier allein mit Kind und ...

00:26:45: Jetzt sitze ich ja?

00:26:46: Jetzt sitz

00:26:46: ich hier.

00:26:49: Weil natürlich auch Freundschaften zu Familienmitkindern aufbauen einfach Zeit braucht.

00:26:54: Das ist ja genauso wie bei anderen Freundschaften auch.

00:26:59: Aber ich glaube, man darf da auch darauf vertrauen dass das dann passiert.

00:27:05: Das Kind selber schließt auch Freundschaften

00:27:08: und

00:27:09: sucht sich da auch andere Kinder aus und klar passt es dann nicht bei allen Erwachsenen die damit dranhängen.

00:27:14: aber irgendwie entsteht da dann tatsächlich Neues und man kann eben auf dem Spielplatz einfach jemand ansprechen sagen sag mal Sollen wir nicht irgendwie Telefonnummern austauschen, dass wir einfach uns auch verabreden hierher zu gehen und nicht wenn einem jemand sympathisch ist.

00:27:31: Und darüber können eben auch Freundschaften entstehen.

00:27:34: Das ist halt ein bisschen in anderer Wege als man den vorher eben kennt

00:27:40: so.

00:27:41: aber dann haben sie ja in dieser Zeit auf jeden Fall gelernt irgendwie Hilfe nach Hilfe zu fragen, Hilfe anzunehmen.

00:27:55: Und dann ist das aber ja auch das, was ich jetzt so denke.

00:28:00: Was die anderen Pflegeeltern wahrscheinlich auch eher sagen würden.

00:28:03: Geht nach draußen bleibt nicht irgendwie allein mit dem.

00:28:07: Also ich finde eine besondere Hürde ist tatsächlich als alleinerziehende Pflegemutter dass es eben... Es gibt ja auch Angebote wo man andere Pflegeltern treffen kann und so.

00:28:15: Die liegen aber immer am Abend also ganz häufig liegen sie irgendwie zwischen neunzehn-und einen zwanzig Uhr.

00:28:21: Super

00:28:21: Zeit für Sie!

00:28:23: der einfach nicht funktioniert.

00:28:25: Also bei meinem Sohn ist halt auch nach wie vor so die einzige, die ihn bisher ins Bett gebracht hat, sei da bei mir.

00:28:31: es bin ich

00:28:33: und das

00:28:34: wird wahrscheinlich noch dauern bis er das dann irgendwie mit jemandem anderen auch hinkriegen kann und dadurch ist dieses Zeitfenster einfach nicht machbar.

00:28:46: Der fehlt ein bisschen.

00:28:48: wäre schön wenn's eine Struktur von weiß ich nicht Pflegeeltern-Kaffee, wo man mit den Kindern gemeinsam hingehen könnte.

00:28:55: Es gab's mal wohl aber das ist leider wieder eingeschlafen oder auch durch Corona ist relativ viel in der Beziehung weggebrochen und eben noch nicht wieder aufgebaut.

00:29:08: Ja also erst mal vielen Dank für das was Sie jetzt nochmal mit mir geteilt haben dass sie das so erzählt haben weil ich schon finde, dass so alleinerziehend mit pflegekind einfach nochmal was besonderes ist.

00:29:23: Also das, was Sie ja auch gesagt haben ist es jetzt halt kein Vater da, der das Kind mal übernimmt und damit alleine zu sein.

00:29:34: Und trotzdem finde ich das total mutig, dass sie das gemacht haben!

00:29:37: Dass sie sich sehr daran

00:29:39: freuen

00:29:39: können, dass das etwas Schönes ist.

00:29:42: Das ist ihre Art von Familie leben und dass das auch etwas Gutes ist, etwas Schönness zusammenzuleben.

00:29:52: Das finde ich total gut.

00:29:53: Und ich hoffe auch, dass das ein bisschen Mut macht dazu sich, solche Situationen zu stellen, wenn man den Wunsch hat danach einen Kind aufzunehmen?

00:30:02: Ja.

00:30:03: Also das war mein Wunsch der da einfach ... Ich wollte gerne Mutter sein und es hat sich auf anderen Wege nicht ergeben.

00:30:12: Da hat sich eine Möglichkeit geöffnet und ich hab's keine Sekunde

00:30:17: bereit.

00:30:17: Ja schön!

00:30:19: Das ist echt sehr, sehr schön.

00:30:20: Ich finde das ist ein sehr schönes Schlusswort!

00:30:24: Vielleicht noch eine Sache wenn Sie jetzt hier rausgehen?

00:30:27: Worauf freuen sie sich?

00:30:33: Ja erst mal tatsächlich auf den... ich bekomme Besuch von meiner Familie.

00:30:37: Das passiert nicht so oft da freue ich mich jetzt drauf.

00:30:41: und ja einfach all das was irgendwie auch noch an Positiven kommen wird weil ich da sicher bin

00:30:48: Ja, und ich freue mich überall die Entwicklungsschritte bei denen ich dann auch mit dabei sein darf.

00:30:54: Und für Tränchen haben wir hier auch wie immer Taschentücher!

00:30:58: So,

00:30:59: dann vielen, vielen Dank dass Sie gekommen sind.

00:31:02: Sehr gerne.

00:31:06: Das war das Gespräch mit Saskia Und mit ihrer ganz besonderen Geschichte als alleinerziehende Pflegemama, die ja so wie wir es gehört haben ja ganz besondere Schwierigkeiten auch manchmal mit sich bringt und ich finde aber ein wichtiger Aspekt daraus ist rechtzeitig loszugehen.

00:31:25: Also diesen präventiven Gedanken also auch wenn du manchmal das Gefühl hast ich weiß doch nicht so ganz genau ob Unsere Probleme oder was auch immer dir da im Kopf ist, was schwierig sich anfühlt.

00:31:41: Ist das schon schlimm genug?

00:31:42: Geh einfach los hinter Frage!

00:31:46: Wenn du das Gefühl hast es könnte gut sein mit jemandem zu reden dann geh früh genug los.

00:31:54: Das war eine weitere Folge von Neulich im Therapiekafé Geschichten

00:31:58: über das Wachsen, Zweifeln

00:32:00: und Wiederfinden.

00:32:01: Hat dich das Gespräch berührt?

00:32:03: Erinnert dich das ein oder andere an dein eigenes Leben?

00:32:07: Ich bin Dr.

00:32:08: Kerstin Klappstein und wenn du unterstützt und suchst, schau gerne in meiner Online-Praxis vorbei.

00:32:13: Den Link findest Du in den Show Notes.

00:32:16: Schön dass Du dabei warst Bis zum nächsten Mal im Therapiekafé.

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