Unglücklichmachende Familienideale

Shownotes

Viele von uns tragen Vorstellungen von Familie in sich, die sich scheinbar richtig anfühlen – und gleichzeitig enormen Druck erzeugen können. Ideale wie:

• „Kinder brauchen eine heile Familie“ • „Familien brauchen ein gemeinsames Zuhause“ • „Wir müssen genug Zeit miteinander verbringen“ • „Alleinerziehend = unvollständig“ • „Kinder brauchen Mutter UND Vater“ Doch passen diese Bilder überhaupt noch zu unserem heutigen Leben?

Ich zeige dir in dieser Folge:

• warum viele Familienideale veraltet und belastend sein können • wie sie oft unbewusst unser Denken und Handeln bestimmen • weshalb sie Schuldgefühle, Druck und Selbstzweifel verstärken • und wie ein Perspektivwechsel mehr Freiheit und Selbstbestimmung ermöglichen kann Diese Folge lädt dich ein, alte Überzeugungen mit etwas mehr Leichtigkeit zu betrachten – und vielleicht neue, passendere Antworten für dich und deine Familie zu finden.

Transkript anzeigen

00:00:06: Willkommen bei Neulich im Therapiekaffee, dem Podcast in dem wir darüber sprechen was nach und zwischen den Therapiesitzungen geschieht.

00:00:14: Ich bin Dr.

00:00:15: Kerstin Klappstein, systemische Familientherapeuten und Traumotherapeutinnen und habe meine Praxis in Hamburg und berate auch online.

00:00:24: In meinem Podcast erzählen Menschen von ihren Erfahrungen auf dem Weg durch die Therapie – von Aha-Momenten, Veränderung, Stolpersteinen und neuen Blickwinkeln.

00:00:34: Es geht hier nicht um Therapie

00:00:36: im fachlichen Sinn, sondern um

00:00:39: Geschichten

00:00:39: die Menschen erleben.

00:00:41: Also lehnt dich zurück, schnappt dir einen Kaffee und komm mit in ein Gespräch voller Mut, Echtheit und Hoffnung!

00:00:48: Heute möchte ich mit euch über Familienideale sprechen – und zwar über unglücklich machende Familienidealen.

00:01:00: Über zwanzig Jahren wurde von dem systemischen Familientherapeut Jochen Schweizer ein Artikel veröffentlicht über eben diese unglücklich machenden Familienideale.

00:01:12: Nicht bei allem, was der Artikel beschreibt gehe ich mit.

00:01:15: deswegen erwähne ich auch in diesem Beitrag mich alle.

00:01:19: aber sich Gedanken darüber zu machen ob die eigenen Ideale wirklich stützend hilfreich Und zeitgemäß sind oder ob sie eher unglücklich machen, empfinde ich in der Arbeit mit den Familien als gute Möglichkeit um sich darüber klar zu werden welche Macht die oft unbewussten und ganz oft auch unausgesprochenen Familienideale haben.

00:01:45: Warum ich gerade im Zusammenhang mit dem Interview mit Saskia darüber nachdenke das mit ihrem Lebensmodell zu tun aber dazu dann später?

00:01:55: Also in diesem Artikel unglücklich machende Familienideale gibt es immer noch im Springerverlag, glaube ich.

00:02:04: Wurde die Zeitschrift heißt Psychotherapeut von four.

00:02:08: Da beschäftigt sich Schweizer mit den Vorstellungen von Familien in unserer Gesellschaft und stellt sie dann in Beziehung zu den Realitäten auf diese Vorstellung oder Ideale dann nämlich treffen.

00:02:21: Also viele Familien hängen einer Vorstellung von Familie nach, die auf Dauer nur unglücklich machen kann.

00:02:28: Da sie mit den Veränderungen und Herausforderungen mit den Familien umgehen müssen nicht mehr zusammenpassen.

00:02:36: Und bevor du jetzt wegschaltest – weil du denkst ach das betrifft mich nicht!

00:02:39: Ich habe eine moderne emanzipierte Einstellung zu Familie.

00:02:44: Das habe ich von mir auch gedacht und ich war dann doch überrascht, wie oft ich nach idealen Streben, von denen ich immer gesagt hätte, nein!

00:02:52: Ich doch nicht.

00:02:55: Und die ich dann hat aber auch angefangen habe zu hinterfragen.

00:02:58: und ich habe dann meiner Praxis immer wieder einmal mit ganz unterschiedlichen Familien auch darüber gesprochen und wir kamen oft zu überraschenden Erkenntnissen.

00:03:09: Jetzt aber mal der Reihe nach.

00:03:11: Also wenn es um Ideale von Familien geht, zeigen sich oft in Anführungsstrichen veraltete Vorstellungen die, wenn wir sie nicht hinterfragen uns das Leben schwer machen können.

00:03:24: und jetzt kommen ein paar gelebte oder vermeintliche Klischees.

00:03:29: da gibt es zum Beispiel Männer ohne dass sie es bewusst für sich entschieden hätten insgeheim die finanzielle Verantwortung für die Familie bei sich sehen oder Frauen, die so geprägt wurden dass sie davon ausgehen das nur sie allein die emotionale und körperliche Versorgung ihrer Kinder leisten können.

00:03:49: Viel zu viele Männer verbergen immer noch ihre Emotionen und Frauen fühlen sich in ihrem Vorhaben allen Aufgaben gerecht zu werden mehr als ungenügend.

00:03:59: Das ist jetzt all.

00:04:00: das was ich jetzt erzählt habe sind Dinge die Ich in meiner Praxis erlebe.

00:04:05: Das, was dann aber darüber hinaus auch die Angelegenheit schwierig macht für viele Eltern ist, dass sie sich auf versuchen, die Kehrarbeit gut aufzuteilen.

00:04:17: Und da geraten Sie in diesem Vorhaben durch diese unbewussten Ideale ganz schnell an ihre Grenzen.

00:04:24: Gleichgeschlechtliche Paare zum Beispiel geraten viel zu oft noch in Erklärungsnot im Bezug auf das, was Kinder angeblich brauchen und Alleinerziehende werden mit den Lebensmodellen von sogenannten kompletten Familien konfrontiert.

00:04:39: Das macht traurig oder auch wütend und verstärkt das Gefühl auch irgendwie voneinander sein, also ihr bemerkt dieses Thema ist vielschichtig.

00:04:49: die Familie verändert sich und je besser wir dies im Blick haben umso freier kann Familie auch gestaltet und gelebt werden.

00:04:59: Vorweg eine kleine Aufgabe.

00:05:02: Also bevor ich einige unglücklich machende Familienideale genauer vorstelle, überleg doch einmal vielleicht ja auch zusammen mit einer Partnerin welche Vorstellung hattest du?

00:05:14: Bevor Du Kinder hattet wie Du als Elternteil sein würdest wenn Du in einem Satz Deine Idealforstellung von Familie formulieren würdest.

00:05:25: Wie sehe denn dieser Satz aus?

00:05:28: Wenn du nun Vorstellungen entdeckst, mit denen du gar nicht gerechnet hast, nimm es mit Humor.

00:05:34: Wir können unser Denken und Handeln bis ins hohe Alter verändern.

00:05:38: Es ist also nie zu spät Veränderung zu wagen!

00:05:41: Und vielleicht kommst du ja dann auch mit deiner Partnerin darüber in das Gespräch und ihr könnt schauen was ihr daraus machen könnt.

00:05:49: Also fangen wir aber jetzt erstmal an uns ein paar Ideale anzuschauen und zu hinterfragen.

00:05:55: Da wäre zum Beispiel eine Geschichte, Kinder brauchen EINE Familie.

00:06:01: Auch wenn die Scheidungsrate insgesamt in den letzten zehn Jahren zurückgegangen ist haben sich im Jahr und zwanzig die Eltern von knapp hundertundzehntausend Kindern scheiden lassen Und natürlich erleben Kinder die Scheitung ihrer Eltern als schmerzhaft manchmal sogar als existenzbedrohlich.

00:06:23: Da kommt Trauer und Wut hoch, um gar nicht zu selten fühlen sich Kinder verantwortlich für die Trennung.

00:06:30: Das Leben der Kinder verändert sich grundlegend – das erfordert aber von den Eltern ganz viel Zeit, Geduld, Erklärung und Nähe bis wieder Zutrauen da ist und die Kinder sich in Sicherheit fühlen.

00:06:46: Eine Trennung ist immer für alle Beteiligten eine große

00:06:50: Herausforderung.".

00:06:52: Weil in einer Situation, und der man als Elternteil sowieso emotional sehr involviert ist.

00:07:00: Es ist natürlich schwierig auf die Bedürfnisse der Kinder zu schauen und das immer irgendwie gut hinzukriegen.

00:07:09: Eltern, die von den Kindern dann aber auch über die Trennung hinaus als Einheit erlebt werden.

00:07:15: Die gemeinsam gute Lösungen erfinden, die sich gegenseitige Wertschätzung und Freundlichkeit bemühen.

00:07:24: machen es den Kindern dann aber leichter sich in den neuen Lebensumständen zurechtzufinden.

00:07:30: Die Neugestaltung der Familie ist oft nicht so leicht, auch wenn beide Eltern natürlich nur das Beste für ihre Kinder wollen, ist es ein auf vielen Ebenen schwerer Weg dahin.

00:07:42: Eltern kontaktieren mich oft daher schon, bevor sie den Kindern überhaupt von der anstehenden Trennung erzählt haben.

00:07:50: Andere melden sich wenn die Emotionen hochkochen und eine Einigung irgendwie soweit weg erscheinen.

00:07:56: wo auch immer ihr euch im Trennungsprozess befindet meldet euch gerne wenn ihr Unterstützung benötigt.

00:08:02: Also aus diesem

00:08:03: Satz

00:08:04: Kinder brauchen EINE Familie mache ich Kinder brauchen eine Familie.

00:08:12: Das war eine weitere

00:08:13: Folge von Neulich im Therapiekafé – Geschichten

00:08:16: über das Wachsen, Zweifeln und Wiederfinden.

00:08:19: Hat dich das Gespräch

00:08:20: berührt?

00:08:21: Erinnert Dich das ein oder andere an dein

00:08:24: eigenes Leben?

00:08:25: Ich bin Dr.

00:08:26: Kerstin Klappstein Und wenn Du unterstützt

00:08:28: und suchst

00:08:29: Schau gerne in meiner Online-Praxis vorbei.

00:08:31: Den Link findest du in den Show Notes.

00:08:34: Schön dass Du dabei warst Bis zum nächsten Mal im Therapie Café.

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